Samstag, 15. September 2012

Porto oder Bordeaux – Hauptsache Gericht

Zwischen Schleswig und Tirol kennt die deutsche Sprache zahlreiche Dialekte. Das Sächsische ist dabei nicht selten Ziel von Spott. Aber auch zu juristischen Komplikationen kann dieser ostdeutsche Dialekt führen. Wie in einem Fall, den die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in ihrer Zeitschrift „Reiserecht aktuell“ berichtet.

Eine Frau wollte einen Flug nach Porto buchen. Per Telefon (erster Fehler). Die Mitarbeiterin des Reiseunternehmens verstand aber Bordeaux. Wie Porto auf sächsisch klingt, kann ich hier leider nicht typographisch wiedergeben. Der geneigte Leser möge versuchen, es sich selbst vorzustellen.

Den gebuchten Flug nach Porto wollte die Kundin aber nicht bezahlen, sodass diese nette Geschichte vor dem Amtsgericht Stuttgart-Bad Cannstatt landete. Dort erklärte die Mitarbeitern, sie habe vor endgültiger Buchung das Reiseziel zweimal auf Hochdeutsch wiederholt. Die Kundin hatte dann wohl zugestimmt oder jedenfalls nicht widersprochen (zweiter Fehler). Das Gericht entschied: Damit ist ein wirksamer Vertrag zu Stande gekommen. Die Kundin muss den Reisepreis bezahlen.

Laut Spiegel Online ist dieses Missverständnis nicht das einzige seiner Art. Viele Reisende buchten Rodez in Frankreich statt des griechischen Rhodos. Und so mancher Australienfreund sei schon im kanadischen Sydney gelandet.

AG Stuttgart-Bad Cannstatt, Urteil v. 16.03.2012 - 12 C 3263/11.

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