Donnerstag, 9. August 2012

Verhaftung wegen zu wenig Freude

Jaja, die abstrakte Gefahr ... ist man geneigt zu sagen, wenn man sich diesen Artikel (via Fefe) des Guardian durchliest. Und natürlich die kriminalistische Erfahrung. Ein 54-Jähriger Londoner, der sich das Radrennen  der Olympischen Spiele am 28. Juni ansehen wollte, wurde kurzerhand verhaftet. Begründung:
The man was positioned close to a small group of protesters and based on his manner, his state of dress and his proximity to the course, officers made an arrest to prevent a possible breach of the peace.
Dann wurde er befragt, warum er so gar keine Anzeichen der Freude gezeigt hatte - wahrscheinlich schaute er die ganze Zeit eher grimmig. Es stellt sich heraus: Die Gesichtsmuskeln des Mannes sind wegen seiner Parkinson-Erkrankung großteils gelähmt, so dass er kaum noch Gefühlsregungen über seine Mimik ausdrücken kann. Die Polizei in Surrey kommentiert den Vorfall wie folgt:
There were a number of factors which led officers to make this arrest, including the fact that the race was rapidly approaching, the heightened level of security due to the high-profile nature of the event and the sheer number of spectators in attendance. These were fully explained to the individual concerned. He was given words of advice and released with no further action.
Was die Ratschläge der Polizei genau enthielten, ist nicht bekannt. Der 54-Jährige sagt, er könne die Polizei und den Druck, unter dem die Polizisten stehen, durchaus nachvollziehen. Trotzdem erwarte er noch einen offiziellen Entschuldigungsbrief, denn wegen Nicht-Lächelns verhaftet zu werden, findet er unverhältnismäßig.

Was jedem Leser nun klar sein dürfte: Bereitet man eine Straftat vor, immer schön lächeln dabei, das sieht nicht so verdächtig aus!

1 Kommentar:

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