Dienstag, 17. Juli 2012

UFOs und ein Fetzen Haut

RA Blaufelder berichtet hier von einem Urteil des EGMR vom 13. Juli 2012 - 16354/06 -, nach welchem die Schweiz der Raël-Sekte die Werbung mit Plakaten verbieten kann.

Bisher habe ich noch keinen Aufschrei vernommen, dass diese Entscheidung die Religions-/Weltanschaungs- und Meinungsfreiheit (Artt. 9 und 10 der Konvention) ungeheuerlich einschränkt. Nunja, wenn man sich ein bisschen über diese Bewegung informiert, wird vieles klarer: Die haben ein Buch, in dem das Wort der Außerirdischen, die uns geschaffen haben, vollkommen authentisch vermerkt ist! Denn es ist Das Buch, das die Wahrheit sagt. Geschrieben von jemandem, der waschecht dabei war. Auf dem Planeten der Außerirdischen!

Auch wenn das alles dem Leser nicht so logisch und eingängig wie ein sprechendes, entflammtes Gehölz in basitonischer Wuchsform erscheint, so ist es doch der Glaube der Sektenangehörigen. Warum verstößt also das Verbot eines einfachen Plakates mit UFOs, Pyramiden und der Telefonnummer der Weltanschauungsgemeinschaft nicht gegen diese Grundfreiheiten? Es ist ja nicht so, als wollten die Sektenangehörigen wegen Vorgaben aus ihrem Buch irgendwelchen Kindern Hautfetzen abschneiden lassen ...

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