Mittwoch, 4. Juli 2012

Du willst mir helfen? Ich würge dich!

Bei der Bundeswehr wundert mich ja eigentlich nichts. Den Sachverhalt des BVerwG, Beschlusses vom 27.03.2012 - 2 WD 16.11, fand ich jedoch besonders.

Der angeschuldigte Hauptfeldwebel würgte und schlug zunächst gegen 0:30 Uhr einen Hauptgefreiten und versuchte, ihm mit seinen Kampfstiefeln ins Gesicht zu treten. Dann griff er zwei Wachsoldaten an.

Interessant nun, wie der Sachverhalt des zitierten AG-Strafurteils weitergeht:
Anschließend begab sich der Angeschuldigte gegen 1.00 Uhr in die Wache des ... . Der OvWa (Offizier vom Wachdienst) Oberfeldwebel B bot dem Angeschuldigten, welcher an der Hand blutete, an, ihn in den Sanitätsbereich zu fahren. Dies nahm der Angeschuldigte zum Anlass, Oberfeldwebel B zu würgen. 
Und plötzlich weiß ich wieder, warum ich Zivildienst gemacht habe. Da wurde ich für Hilfe einfach nicht gewürgt.

Das Truppendienstgericht Süd hatte übrigens gegen den Soldaten ein Beförderungsverbot für vier Jahre und eine Kürzung seiner Dienstbezüge um ein Fünfzehntel für die Dauer von fünf Jahren verhängt. Das BVerwG hat dieses Urteil auf Berufung der Wehrdisziplinaranwaltschaft hin aufgehoben und die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung zurückverwiesen.

Vom Amtsgericht wurde der Soldat wegen fahrlässigen Vollrausches (§ 323a StGB) zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je 50 € verurteilt. Und das bei nur fünf Weißbier.

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