Donnerstag, 7. Juni 2012

Wer ist nun der echte?

RA Stadler hat es mit seinem Post zum derzeitigen Schufa-Datensammel-Hype mal wieder auf Punkt gebracht. Dass die Schufa Daten sammeln kann, die frei im Internet stehen, darüber sollte eigentlich keine Diskussion entbrennen.

Wie die Schufa jedoch weiß, dass das Facebook-Profil von Hermann Mustermann auch genau dasjenige ist, dass sie sucht, ist eine ganz andere Geschichte. Soweit das Profil so öffentlich ist, dass es für die Schufa auch Sinn macht, von dort Daten zu erheben (die Information, besagter Hermann Mustermann habe ein Facebook-Profil, kann ja im ersten Moment nicht wirklich viel Auskunft geben), mag man etwa eine Zusammenführung über den Wohnort für möglich halten, was sich bei den zahlreichen Müllers, Maiers und Hubers aber auch nicht immer einfach gestalten dürfte.

Besonders unter dem Gesichtspunkt, dass ein jeder einen Anspruch darauf hat, dass die Daten, die über ihn gespeichert werden, auch richtig sind (§ 20 I BDSG), kommen mir da schon einige Probleme in den Sinn. Die reine Möglichkeit der Schufa, die Daten erstmal einzusammeln, ist jedoch keines.

Kommentare:

  1. Lieber Herr Lackerbauer,

    so einfach ist es nicht. Wenn die Schufa personenbezogene Daten sammelt und verarbeitet und verarbeitet weitergibt, insbesondere wenn die Personen gegenüber der Schufa nicht erklärt haben, dass sie damit einverstanden sind, ist der Sachverhalt doch nicht so einfach, wie Sie sehr naiv postuliert haben.

    Gruß, OR

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  2. Der Einverständnis bedarf es aber nicht, wenn "die Daten aus allgemein zugänglichen Quellen entnommen werden können..."
    § 29 Abs. 1 Nr. 2 BDSG

    Ich verstehe die künstliche Aufregung auch nicht so recht. Wenn jemand das verhindern will, gibt es halt nur bestimmten personen Einblick in sein Profil - und wenn er ganz sicher gehen will, meidet er halt Facebook - fertig ...

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