Sonntag, 13. Mai 2012

Zeugnis einfach selber schreiben

So wie die Überschrift zu diesem Beitrag lautet der Tipp der Süddeutschen Zeitung zur Frage: Was tun, wenn der Arbeitgeber so beschäftigt ist, dass er dem Arbeitnehmer die Aufgabe überträgt, sein eigenes Zeugnis zu erstellen?

Besonders unter dem Gesichtspunkt, dass gerade das qualifizierte Arbeitszeugnis (§§ 630 BGB, 109 GewOimmer wieder Anlass für Streit bietet, halte ich diesen Rat für kontraproduktiv. Denn spätestens vor Gericht kommt dann sicher der Einwand, der Arbeitnehmer habe das Zeugnis doch ohnehin selbst geschrieben. Eigene nachträgliche Änderungen dagegen würden dann wieder verschwiegen. Das alles hört sich für mich nicht wie eine besonders gute Idee an.

Auch die Begründung, sollte man diese Aufgabe ablehnen, würde der Arbeitgeber in seiner Wut schlicht ein schlechtes Zeugnis ausstellen, überzeugt nicht - schließlich ist das Zeugnis wohlwollend und vor allem wahrheitsgemäß zu erteilen.

Arbeitszeugnisse sind jedoch selbstverständlich nicht die einzigen wertenden Schriftstücke, um die sich die eigentlich dafür Zuständigen gerne drücken: Wie ich letztens aus sicherer Quelle erfahren durfte, geht es da Stipendiaten der Studienstiftung des deutschen Volkes bei den benötigten Professorengutachten auch nicht besser ...

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen