Mittwoch, 2. Mai 2012

Nass? Au? Aus!

Falsa demonstratio non nocet.
Diesen lateinischen Satz lernt jeder Jurastudent im ersten Semester Zivilrecht. „Eine falsche Bezeichnung schadet nicht.“

Dass dem aber nicht immer so ist, eine falsche Bezeichnung vielmehr durchaus einmal schaden kann, beweist die Anekdote, die ein Professor uns kürzlich erzählte. In einer mündlichen Prüfung des Ersten Staatsexamens ging es um die Eigentumsgarantie des Art. 14 GG. Ohne dass konkret danach gefragt war, sprach ein Kandidat vom Nassauskiesungsbeschluss (BVerfGE 58, 300), der sicherlich bedeutendsten Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zu Art. 14 GG. Nur leider hieß bei diesem Kandidaten die Entscheidung ein wenig anders. Er nannte sie:
Nassau-Kiesungs-Beschluss
Den Sachverhalt der Entscheidung hatte dieser Kandidat sicherlich nicht gelesen. Sonst hätte er gewusst, dass es nicht um die Hauptstadt der Bahamas oder eine preußische Provinz ging, sondern um Kiesabbau im Grundwasserbereich. Und weil er dies den Prüfern offenbarte, schadete die falsche Bezeichnung eben doch.

Kommentare:

  1. Göttlich! Oder peinlich...je nachdem.... ;)
    Das erinnert mich an einen Kumpel, der beim Tabu-Spielen den Begriff "Teenager" als "Tee-Nager" las, sich wunderte, was das denn sein sollte, aber trotzdem fröhlich weiter "Tee" und "Nager" erklärte....:)

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    1. Also ich kann mir durchaus vorstellen, dass so ein Tee-Nager auf einer Plantage große Schäden anrichtet ;)

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    2. Ja, vielleicht auf einer Plantage in der Nähe von Nassau? ;)

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  2. Oder der Montage-Helfer, der für einen Tag in der Woche gesucht wurde...

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