Mittwoch, 16. Mai 2012

Game of Thrones bricht alle Rekorde

Wer meine Beiträge zu diesem Thema gelesen hat, für den sollte die Nachricht, welche SPON derzeit verbreitet, nicht überraschend kommen: Die amerikanische TV-Serie Game of Thrones (laut Wikipedia eine hochgelobte epische Mittelalter-Fantasy-Serie - ich kann dazu keine Aussage treffen, obwohl ich sie per TNT wohl hätte empfangen können) bricht derzeit alle Rekorde (wer wohl diese Rekord-Liste führt?) in den Tauschbörsen.
HBO ist ein Pay-TV-Sender, der im Ruf steht, die qualitativ hochwertigsten US-Serien zu produzieren. Exklusive Inhalte in mehr als dieser Hinsicht, denn wer da zusehen will, muss zahlen: Satte 50 Dollar im Monat kostet das zurzeit (für Kabelgebühr plus Abo).
Wer online dabeisein will, zahlt nochmal extra, darf das aber nur, wenn er auch den Kabelsender abonniert. Kurzum: Die Nachfrage nach "GoT" ist riesig, in den Genuss der Serie aber kommt nur eine Minderheit. Der Rest soll warten - und dazu sind viele Zuschauer offensichtlich nicht mehr bereit.
Das klingt mir nach einer typischen Marketing-Logik: Man bietet etwas online an - jedoch nur gegen Extrazahlung für diejenigen, die bereits Geld für die anderweitige Bereitstellung der Inhalte ausgegeben haben.  Es gibt sicher eine Nische von Kunden, die beides haben wollen und auch für beides die genannten Beträge zu zahlen bereit sind. Die Mehrheit ist dies jedoch sicher nicht. Und zum Schluss kommt auch noch das, was die Verwertungsindustrien immer noch nicht wahrhaben wollen:
Zugleich aber wurde sie auch zum größten DVD-Erfolg, den ein Sender je mit der Zweitverwertung einer Serie einstrich. Und das trotz der allgegenwärtigen Verfügbarkeit illegaler Quellen, trotz Free-TV-Ausstrahlungen und zusätzlicher, wenn auch spät erfolgter Vermarktung als kostenpflichtiger Download, wieder mit Rekordzahlen.
Die Menschen sind weiterhin, wenn nicht gar in gehobenem Maße, bereit, sehr viel Geld in die Inhalte zu stecken. Sie tun dies in den bestehenden Systemen, so gut sie können. Doch die unglaublichen Margen, die eine legale Erstverwertung über das Netz hätte erbringen können, lassen die Content-Provider lieber verpuffen und geben stattdessen noch Geld für Lobbying und schlecht gemachte Abschreckungsfilmchen für DVDs aus.

In ihren schlechten betriebswirtschaftlichen Entscheidungen schützt sie die Privatautonomie. Gesetze sind jedoch nicht dafür da, schlechte wirtschaftliche Entscheidungen zu unterstützen oder sie gar den eigentlichen logischen Entscheidungen vorzugswürdig erscheinen zu lassen.

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