Sonntag, 8. April 2012

Standrechtlich gekreuzigt

Gerd Meister hat sich im Strafblog in sehr lesenswerter Weise mit einem der folgenschwersten Strafprozesse in der Geschichte auseinandergesetzt - der Kreuzigung des Wanderpredigers Jesus von Nazareth durch die römische Besatzungsmacht in Judäa. Er stützt sich hier auf einen Aufsatz in Große Prozesse von Wolfgang Stegemann und 50 Klassiker Prozesse von Marie Sagenschneider, die offensichtlich dem Ursprung des christlichen Glaubens mal juristisch auf die Spur gegangen sind.

Interessant halte ich zudem noch folgendes: Jesus hält es mit dem Satz, den die meisten bloggenden Strafverteidiger in jedem zweiten Post zu zitieren wissen, erstaunlich konsequent:
Reden ist Silber. Schweigen ist Gold.
Damals hat es ihm zwar nicht viel genützt, aber allein dadurch, dass Jesus sich nicht ausdrücklich selbst zu belasten suchte und man dementsprechend nicht wirklich viel gegen ihn in der Hand hatte, empfindet man heute das Urteil doch allenthalben als eher ungerecht, was wieder einmal den Wert des goldenen Schweigens unterstreicht.

1 Kommentar:

  1. Es lohnt sich auch "Rotkäppchen" zu durchleuchten. Da wurde glaubhaft erklärt, daß ein etwa 35 kg schwerer Wolf eine weitaus schwerere Großmutter im Bauch hatte, die der gute Jägersmann aus dem Bauch des Wolfes in einem Stück geschnitten hat, ohne daß Oma verletzt war. Hat dem Wolf auch nichts genutzt und seine Nachkommen werden verleumderisch bis heute in einer Art Sippenhaft verfolgt.
    So geht es heute noch auf Gericht zu, wo geistige Blähungen von Polizisten und Justizjuristen höher bewertet werden, als die beweisbare Wahrheit.

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