Donnerstag, 8. März 2012

Zumindest schulfrei war drin

Der zivilgerichtlich Beklagte war wegen der gleichen Tat schon strafrechtlich verurteilt worden. Ein Hallenfest im bayerischen Hinterland ... da hatte es (natürlich) eine kleine Schlägerei gegeben. Der Kläger verlangte nun Schmerzensgeld wegen einer Verletzung am Auge. Es waren sechs Zeugen geladen, auf etwa drei Stunden war man eingestellt zu verhandeln.

Nach 20 Minuten hatte man sich gütlich geeinigt und verglich sich auf 2/3 der geforderten Summe sowie die Feststellung, dass man auch für weitere Langzeitschäden, die sich vielleicht noch ergäben, aufzukommen bereit war. Der Beklagtenanwalt nahm das gerne an:
Das ist inzwischen schon zwei Jahre her, die Kausalität sollen mir dann die Versicherungen erstmal beweisen.
Die sechs Zeugen bat die Richterin sodann herein zur Unterschrift der Auslagenerstattung. Auf die Frage, ob sie denn noch gebraucht würden, musste sie einen Zeugen vertrösten:
Nein, leider nicht, aber ein Tag schulfrei ist doch auch nicht verkehrt!
Auch der Praktikant des Gerichts und Autor dieses Beitrags schließt sich dieser Argumentation sinngemäß gerne an.

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