Montag, 6. Februar 2012

„Halōn“, „Holla“, Hallodri?

Nach Art. 131 II BV sind oberste Bildungsziele an bayerischen Schulen
Ehrfurcht vor Gott, Achtung vor religiöser Überzeugung und vor der Würde des Menschen, Selbstbeherrschung, Verantwortungsgefühl und Verantwortungsfreudigkeit, Hilfsbereitschaft, Aufgeschlossenheit für alles Wahre, Gute und Schöne und Verantwortungsbewußtsein für Natur und Umwelt.
Da denkt man nun nicht im ersten Moment an das Verbot „nicht-bayerischer“ Begrüßungs- und Verabschiedungsformeln.

Einem Stern-Bericht zufolge (hier bereits die Antwort bei Nebgen, hier einige Reaktionen von Politikern) hat jdeoch die Schulleiterin der St. Nikola Mittelschule in Passau ihre Anstalt zu einer „Hallo- und tschüss-freien Zone“ erklärt. Mal ganz abgesehen von der Frage, ob ein Verbot bestimmter Begrüßungsformen überhaupt irgendwie wirksam erklärt und durchgesetzt werden kann, halte ich die Aufregung für übertrieben.

Schon im Stern-Bericht wird darauf verwiesen, dass es wohl keine Aufsätze zu schreiben gäbe, wenn mal ein Schüler die „bösen Worte“ gebraucht und man wolle, dass die Schüler den Sinn der Aktion einsähen - im Fall des Falles, wird man „höflich zurechtgewiesen“ (wenn der Lehrer es denn nicht vergisst). Zudem gilt das ganze größtenteils in Bezug auf die Lehrer als Autoriätspersonen - untereinander können die Schüler sich weiterhin begrüßen, wie sie wollen. Diese ganzen Formulierungen sprechen weniger für ein Dekret, wie RA Nebgen und der Stern es sehen, als vielmehr für nur eines der vielen Projekte, die in Schulen ständig laufen (dieses vielleicht mit mehr Unterstützung und auf Anregung der Schulleitung).

Ich kann mir gut vorstellen, dass in den unteren Klassenstufen hierzu Plakate gemalt und gebastelt wurden, die Nachrichten verkünden wie „Wir wollen immer höflich Grüß Gott und Auf Wiedersehen sagen“ und die nun in der Schule hängen, und in anderen Stufen dazu eine Stunde lang diskutiert wurde.

Aber die Geschichte so zu erzählen hätte sich wohl nicht so vermarkten lassen ...

1 Kommentar:

  1. Es mag die Aufregung um das Thema etwas übertrieben sein. Allerdings muss man sich fragen, warum hier dieses Thema per Order di Mufti, und sehr wahrscheinlich auch ohne entsprechende Rechtsgrundlage, umgesetzt wird.
    Wie sie zurecht ausführen, kann das Thema wohl prima im Unterricht behandelt werden, wozu aber kein Verbot o.ä. von der Direktorin notwendig ist.

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